Grüne Gerechtigkeit

By delbuono

Vielleicht muss einmal gesagt werden, warum Savannah eigentlich als eine der schönsten Städte Amerikas gilt. Es liegt an dem englischen Adeligen James Oglethorpe, dessen nahezu revolutionären Idealen – und wie er es geschafft hat, sie städtebaulich umzusetzen.

1733 nämlich gründete er mit einer Schiffsladung Gescheiterter die 13. Kolonie der englischen Krone, Georgia. Seine 114 Mannen hatten Schulden, so schlimme Schulden, dass man sie aus dem Mutterland entfernte und nach Übersee verfrachtete, wo sie ihr Scheitern abarbeiten konnten. Die Idee Oglethorpes, allen Männern gleich große Grundstücke zuzuteilen, um ihnen die selben Startchancen zu geben, mündete in dem heutigen schachbrettartigen Stadtmuster. Da, so Oglethorpes lobenswerte gedankliche Leistung, alle Bewohner das Recht auf Grünflächen haben, entwarf er am Reißbrett eine Stadt, die von 24 öffentlichen Squares, quadratischen Parks also, durchzogen war. Heute ist Savannah dank dieser üppigen Juwele noch entschleunigter als eh schon (was eigentlich gar nicht möglich ist), denn auf jeden der Parks führt in beiden Richtungen eine Straße zu und dann um ihn herum. Man zuckelt also im Auto andauernd um die unterschiedlich gestalteten Squares, die wie Schatten spendende Kissen und Wohlfühlzonen in der Innenstadt verteilt sind. 

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Das mit der Gleichberechtigung hat allerdings nicht sehr lange gehalten. Grundstücke wurden zusammengelegt, mächtige Villen gebaut, die großartigsten Häuser thronen selbstverständlich an den Miniaturparks. Ich wohne übrigens auch an einem Square. Und das ist mein Ausblick: 

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Eine Antwort zu „Grüne Gerechtigkeit“

  1. Vogel, der Echte sagt:

    Wunderschön!
    Ich bin auch ein großer Gartenfan und habe schon mal an einer Serie über einen winzigen aber preisgekrönten Garten fotografiert. Leider ist das Buchprojekt im ersten Anlauf gescheitert. Aber wenn ich im Garten fotografiert habe, war das immer ein ganz tolles Gefühl von Ruhe und Ausgeglichenheit. Außerdem habe ich in diesem Garten zwischen Ruhrgebiet und Münsterland den berühmten Gartenfotograf Gary Rogers aus Neuseeland getroffen.
    Vielleicht sollten wir beide, liebe Zora, mal was über Gärten machen.

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