
Man möge mir verzeihen, dass ich dauernd über Spaziergänge schreibe. Aber der heutige war nicht ohne. Eine halbe Stunde außerhalb der Stadt liegt ein herrliches Naturschutzgebiet. Wenn sie eines gut können, die Amerikaner, dann die Natur für den Menschen erlebbar machen, wie hier im Skidaway State Park. Es ist nicht nur ein bisschen einsam da, sondern sehr einsam, so einsam, dass ich bei knacksenden Geräuschen zusammenzucke und auf das Schlimmste gefasst bin, eine Waffe vor dem Gesicht zum Beispiel (man hat ja doch viele amerikanische Filme gesehen im Laufe eines Lebens). Auf dem anderthalbstündigen Spaziergang treffe ich NIE jemanden. Heute schon. Von weitem sehe ich einen Kampfhundmischling, dahinter eine hochgewachsene Gestalt. Ich nehme Lino an die Leine, die Gestalt nimmt ihr Tier an die Leine. Sie kommen näher, es ist eine kurzhaarige Frau Mitte fünfzig. Ihre Hündin will spielen. Lino will spielen. Ich lasse den Zwerg los, ein wenig bang ist mir, der Kampfhundmischling hat einen sehr breiten Schädel, Linos Köpfchen würde dreimal reinpassen. Die Hunde werden immer wilder, das schwarze Tier springt voller Vergnügen auf Lino drauf. Der quitscht. Dann entspinnt sich folgender Dialog:
Ich (zu der Hündin): „Nöd so grob, Mäitli.“
Die Frau (zu der Hündin): „Sig ächli ä fiini.“
Ich: „Nei! Sind Sie us Züri?“
Sie: „Ja, Sie au?“
Ich: „Sind Sie diä Frau mit dä Faahne dusse?“
Sie: „Nei, das sind diä anderä.“
Ich: „Weli anderä?“
Sie: „Das isch diä mit äm amerikanische Maa.“
Wir sehen, ich nähere mich der Sache mit dem Porsche langsam an.
7. Februar 2009 um 9:37
die Naturverrückten, alles Swizzlies
8. Februar 2009 um 7:14
d’Larissa isch eusi Tochter – sind halt reisefreudig, d’Schwiizer, gäll…… aber en Fahne muess sii!! Grüessli, Marion
8. Februar 2009 um 11:06
Das wird ja alles immer besser! Grüessli zrugg i’d Schwiiz. Zora