Ein Haus steht zum Verkauf, das ist nichts Ungewöhnliches, davon gibt es in Savannah viele und täglich werden es mehr. Doch dieses hier ist ein Bed & Breakfast, zwar nicht ganz mein Stil, dennoch hübsch, zentral gelegen, aber nicht zu zentral. Ich schleiche drumherum, spähe durch die Scheiben, stelle mir vor, was ich täte in einer anderen Existenz, in meinem neuen Leben als Puffmutter, Gastgeberin, Hotelbesitzerin, die ich doch gerne wäre. Vielleicht fände sich ja noch ein passenderes Haus, ein strengeres, geräumigeres. Es gäbe darin zufrieden schwatzende Papageien, befreit aus der Einsamkeit enger Käfige, es hätte ein Lesezimmer, so still wie jenes im Hotel Waldhaus in Sils Maria, natürlich fänden spiritistische Sitzungen statt dann und wann, denn das Geisterleben ist aktiv im Süden, es hätte ein dunkles Zimmer mit blauen Tapisserien und einem großen Tisch aus nahezu schwarzem Holz und schweren Stühlen für gediegene Mahle, es gäbe ein gülden-weißes kleines Café, köstliche Vermisselles und Canapées, ein paar steinerne Bänke im Garten unter duftenden Magnolien, geheime Zimmer und Durchgänge nur für Eingeweihte und nachmittags die starken Drinks auf der Veranda unter rauschenden Ventilatoren, es gäbe einen eleganten Kellner oder auch zwei, in schmal geschnittenen schwarzen Anzügen, ach, und es kämen nur charmante und gebildete Gäste mit einem Hang zur Dekadenz, gar Subversion. Es wäre nicht kitschig, sondern reduziert, es wäre dennoch gemütlich, aber man könnte darin atmen. Es wäre, nun ja, die Casa del Buono halt…

10. Februar 2009 um 11:28
schööön, die Casa und der blaue Himmel darüber – hier toben 135kmh-orkanböen
10. Februar 2009 um 5:33
Ich wäre Stammgast, täglich!
11. Februar 2009 um 9:32
Casa del Buono, unbedingt, die kommt! ob in Savannah oder anderswo…..
12. Februar 2009 um 7:55
……. und du wärst dann Scarlett O’Buono? Tönt auch gut!
Gruss aus Zürich,
Marion